DAS ALTE AMTSGERICHT

FURTH IM WALD

Außenaufnahme des Alten Amtsgerichts Furth im Wald von Südwesten mit Hauptfassade, Eingangsbereich und dem Stadtturm im Hintergrund.
Außenaufnahme des Alten Amtsgerichts Furth im Wald vom Stadtplatz mit historischem Glockenspiel an der Nordfassade und dem Stadtturm im Hintergrund.
Innenaufnahme der Touristinformation im Erdgeschoss des Alten Amtsgerichts in Furth im Wald. Der zentrale Tresen bildet den Empfangsbereich, dahinter schließen die Büros an. Die Gestaltung verbindet die historische Bausubstanz mit einer klaren, funktionalen Raumanordnung, die den Anforderungen einer modernen Nutzung gerecht wird.
Treppenraum im Erdgeschoss des Alten Amtsgerichts Furth im Wald mit restaurierter historischer Treppe, Wänden in Grünton und neuen weißen Türen.
Sitztreppe aus Eiche im Alten Amtsgericht Furth im Wald mit gelbem Teppichbelag auf den Sitzflächen, integriertem Wandregal mit beleuchteten Sitzkreisen, gelbem Metallgeländer, farblich abgestimmtem Schalterprogramm und zusätzlicher Verbindung zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss.
Blick von oben auf die Sitztreppe aus Eiche im Alten Amtsgericht Furth im Wald, vom Obergeschoss ins Erdgeschoss fotografiert, mit neu geschaffenem Deckendurchbruch.
Historisches Holzfenster im Alten Amtsgericht Furth im Wald mit akustisch wirksamer Leibungsverkleidung und integriertem Kindertisch mit Sitzhockern.
Flur im 2. Obergeschoss des Alten Amtsgerichts Furth im Wald mit Eiche-Parkett, restaurierten historischen Kassettentüren und dunkelgrün gefassten Türrahmen.
Detail einer Türleibung im Alten Amtsgericht Furth im Wald, weiße Leibung mit angrenzender Wand in kräftigem Rot, farblich abgestimmtem Schalterprogramm, Eiche-Parkettboden und im Hintergrund Bibliotheksmöblierung mit Kinderbüchern.
Detail der Sitztreppe im Alten Amtsgericht Furth im Wald mit Sitzfläche aus Eiche, gelbem Teppichbelag, integriertem Sitzkreis für Kinder und farblich abgestimmtem Schalterprogramm.
Blick durch mehrere Türleibungen im Alten Amtsgericht Furth im Wald, aufeinanderfolgende Räume in unterschiedlichen Wandfarben Grau, Dunkelblau und Hellblau, jeweils mit farblich abgestimmtem Schalterprogramm von JUNG.
Neue weiße Tür mit Kassettenfüllung im Alten Amtsgericht Furth im Wald, eingebaut in eine grün gestrichene Wand, passend zum restaurierten Farbkonzept.
Raumkombination im 2. Obergeschoss des Alten Amtsgerichts Furth im Wald mit Eiche-Parkett, grauen Wänden, weißen Stuckdecken, historischen dunkelgrünen Türen und einer neuen weißen Tür.
Sanitärbereich im Alten Amtsgericht Furth im Wald mit Apricot-Nude Boden und Wandflächen, Corianwaschtisch, indirekt beleuchtetem Spiegel und verdeckten Spendern.
Sanitärbereich im Alten Amtsgericht Furth im Wald mit dunkelgrünem Boden und Wandflächen, Corianwaschtisch, indirekt beleuchtetem Spiegel und verdeckten Spendern.

Das denkmalgeschützte ehemalige Amtsgericht in Furth im Wald stand viele Jahre leer, bevor es in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz umfassend saniert wurde. Ziel war es, die wertvolle historische Substanz zu bewahren und zugleich zeitgemäße, vielseitige Nutzungen zu ermöglichen. Behutsam wurden Fassade, Dach und Innenräume instand gesetzt, das feuchte Mauerwerk durch gezielte Trockenlegungsmaßnahmen saniert und die technische Ausstattung auf modernen Standard gebracht.

Dabei wurde besonderer Wert auf den Erhalt und die Wiederverwendung vorhandener Bauteile und Materialien gelegt. Originalelemente wie Türen, Fenster, Bodenbeläge und Stuckdetails konnten nach sorgfältiger Aufarbeitung in das neue Nutzungskonzept integriert werden. Wo Erneuerungen unumgänglich waren, kamen langlebige, recyclingfähige Materialien zum Einsatz, die sich harmonisch in die historische Bausubstanz einfügen. Dieses Vorgehen reduziert nicht nur den Bedarf an neuen Ressourcen, sondern bewahrt auch die Authentizität des Gebäudes. So entstand ein Sanierungskonzept, das ökologische Verantwortung mit denkmalpflegerischer Sorgfalt verbindet.

Die neuen Raumlösungen folgen dem Prinzip der Adaptivität: flexible Grundrisse ermöglichen unterschiedliche Nutzungen und sichern die langfristige Zukunftsfähigkeit des Gebäudes. Unter seinem markanten Walmdach vereint es heute die Stadtbibliothek, die Tourist-Information, das Drachenstichbüro und das Kulturamt. Diese räumliche Konzentration schafft kurze Wege, erleichtert den Austausch und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Kultur, Tourismus und Verwaltung.

Mit seiner behutsamen Restaurierung und der nachhaltigen Umnutzung ist das Alte Amtsgericht zu einem lebendigen Ort der Begegnung geworden, der Geschichte und Gegenwart verbindet. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Altstadt und steht als Beispiel für den erfolgreichen Erhalt von Baukultur, für zirkuläres Bauen und die Revitalisierung historischer Gebäude im Sinne einer verantwortungsvollen Stadtentwicklung.

AUFTRAGGEBER
Stadt Furth im Wald

MITARBEIT
Peter Hickl / Projektleitung
Rainer Plöderl / Bauleitung
Elisabeth Nürnberger
Matthias Mühlbauer

PROJEKTPARTNER
Ingenieurkontor BLWS Gmbh, Bodenmais
Planungsteam Schmid GmbH, Blaibach

FOTOS
Jürgen Krall Photographie
Henrik Schipper